Sehr geehrter, lieber Herr Bischof,
in beiden Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz haben wir uns
intensiv mit dem Memorandum „Zeit zum Handeln“ zur Frage neuer Zugangswege zum kirchlichen Amt der Initiative „Pro Concilio“ beschäftigt. Zeitgleich haben wir Ihre Gedanken zum Diakonat der Frau wahrgenommen und diskutiert.
Wir haben den Beschluss gefasst, keine Unterschriftenlisten auszulegen, sondern Ihnen diesen Brief als gemeinsame Stellungnahme zukommen zu lassen. In der Kürze der Zeit erschien es uns nicht möglich, die Gemeinden in diesen komplexen Fragen ausreichend zu informieren und einzubinden, um jedem einzelnen eine gute Basis für eine eigenständige Entscheidung bezüglich der Unterschrift zu bieten.
Wir begrüßen es sehr, dass Sie sich in intensiver Weise mit der Zukunft der Kirche und der Diözese befassen und in Sorge sind, wie wir in den Gemeinden und der Pastoral den Herausforderungen der Zukunft begegnen können. Diese Themen sind auch bei uns in der Seelsorgeeinheit hochaktuell und in ständiger Diskussion.
Mit großer Freude stellten wir fest, wie deutlich Sie sich für die Einführung des Diakonates der Frauen ausgesprochen haben.

Zu den viri probati:
Der Situationsanalyse im o.g. Memorandum können wir uneingeschränkt zustimmen. Wir sind uns einig, dass es in der Tat „Zeit zum Handeln“ ist. Wir stimmen weiterhin darin überein, dass die Eucharistiefeier eine Wurzel und ein Angelpunkt der christlichen Gemeinde ist. In gleicher Weise sehen wir ein großes Bedürfnis, die Kirche „an vielen Orten“ zu gestalten und die Menschen in all ihren Lebenssituationen zu stärken und zu begleiten. Für diese wichtigen Aufgaben brauchen wir notwendigerweise geeignete Männer und Frauen!

Zum Diakonat der Frau:
Sie haben sich kürzlich positiv zum Diakonat der Frauen geäußert und halten dies für ein wichtiges Zeichen der Zeit. In unserer Seelsorgeeinheit tragen Frauen einen sehr großen Teil der Seelsorge und der Arbeit in den Gemeinden. Deswegen halten wir eine deutliche Aufwertung der Rolle der Frauen in der Kirche für wichtig und dringend erforderlich. Dies bedeutet für uns auch die Zulassung der Frauen zum Weiheamt.

Wir erachten diese beide Wege - und manche andere - für genau jene „mutigen Schritte“, die unser Papst Franziskus sich für die Zukunft der Kirche wünscht. Deswegen bitten wir Sie im Interesse der Menschen in unseren Gemeinden, auf diesen Wegen weiter voranzugehen und unterschiedliche Versuche zuzulassen und zu begleiten.

Eine Mehrfertigung dieses Briefes geht an Herrn Kramer und Frau Kälberer von der Initiative „Pro Concilio“.

Mit herzlichen Grüßen
für die Seelsorgeeinheit Steinlach-Wiesaz

Christine Schmidt und Paul Renger
(Zweite Vorsitzende der beiden Kirchengemeinden Mössingen und Dußlingen)