Programm Kino und Kirche

Freitag, 23.03.2018 – 20.15 Uhr
Das schweigende Klassenzimmer

(111 Minuten/ ab 12)
Regie: Lars Kraume

Westberlin, 1956: Die Abiturienten Theo und Kurt erfahren bei einem Kinobesuch von den Aufständen in Budapest. Zurück in Stalinstadt entsteht spontan die Idee, im Unterricht eine Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten. Doch was die Schüler als selbstverständlich ansehen, stößt beim Rest der Schule auf Widerstand. Während der Schulrektor versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR: Sie sollen innerhalb einer Woche den “Rädelsführer” benennen.
Die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte, die erst 2006 – also 50 Jahre nach den Ereignissen - als Tatsachenbericht von Dietrich Garstka veröffentlicht wurde, wird von Regisseur Lars Kraume (“Der Staat gegen Fritz Bauer”) mit bemerkenswerter Souveränität erzählt. Dank der mitreißenden Inszenierung ist ein berührender, emotionaler, auch kluger Film entstanden, eine Geschichtsstunde, aber vor allem wuchtiges Kino.


Freitag, 27.04.2018 - 20.15 Uhr
Die dunkelste Stunde (England 2017)

(125 Minuten/ab 6)
Regie: Joe Wright

Im Mai 1940 sieht sich die britische Regierung in höchste Not gebracht, eine Invasion durch die deutsche Wehrmacht zu verhindern. In dieser Situation wird der zum Kampf gegen die Nazis entschlossene Winston Churchill neuer Premierminister, doch muss der unbeliebte Politiker zunächst Parlament, König und Volk für seine Linie gewinnen.
Als überlebensgroße Persönlichkeit spielt der mit dem Oscar ausgezeichnete Gary Oldman den britischen Premier, legt ihn als aufbrausende, aber auch zweifelnde Figur an, die die drohende Gefahr durch Hitler früh erkannte und sein Land dazu drängte, lieber im heroischen Kampf unterzugehen, als sich zu ergeben. Regisseur Joe Wright zeigt diesen Menschen immer wieder isoliert, allein gegen alle kämpfend, als Einziger die Notwendigkeit des Krieges erkennend.


Freitag, 18.05.2018 - 20.15 Uhr
Transit (D/F 2018)

(101 Minuten/ab 12)
Regie: Christian Petzold

Durch einen glücklichen Zufall gelangt der deutsche Flüchtling Georg in Marseille an die Unterlagen des Schriftstellers Weidel, der aus Angst Selbstmord begangen hat. Unter diesen Schriftstücken befindet sich auch ein Brief der mexikanischen Botschaft für die Zusicherung eines Visums. Unfreiwillig nimmt er Weidels Identität an, um auf diese Weise ein Transitvisum und eine Schiffspassage in die freie Welt zu ergattern. Regisseur Christian Petzold verfilmt sehr werkgetreu Anna Seghers´ Roman von 1942, lässt ihn aber in einer Welt spielen, die wie die Gegenwart aussieht, aber vor allem zeitlos ist. Der Film verdeutlicht uns auf diese Art das Schicksal aller Kriegsflüchtlinge auf dieser Welt.


Freitag, 29.06.2018 - 20.15 Uhr
Maria Magdalena (USA 2018)

(120 Minuten/ab 12)
Regie: Garth Davis

Der Bibelfilm erzählt die Geschichte der Maria Magdalena, die aus einer tiefen Gotteserfahrung heraus eine Berufung erlebt und als Zeugin Jesu die Botschaft der Auferstehung verbreitet. Ästhetisch bleibt der eindrucksvolle Film zwar den konventionellen Darstellungsformen des Bibelfilms verhaftet, doch es gelingt der Inszenierung und den überzeugenden Hauptdarstellern, einen frischen Zugang auf das Evangelium zu eröffnen. Dabei rückt die Frage nach dem Reich Gottes in den Mittelpunkt, das nicht in einer politischen Revolution Gestalt gewinnt, sondern in den Herzen der Menschen.


Freitag, 27.07.2018 - 20.15 Uhr
Lieber Leben (F 2016)

(112 Minuten/ab 6)
Regie: Grand Corps Malade, Mehdi Idir

Nach einem Moment jugendlichen Leichtsinns erwacht ein junger Mann mit gebrochenem Halswirbel im Krankenhaus und kann Arme und Beine nicht mehr bewegen. In einer Reha-Klinik versucht er, mit Hilfe von Physiotherapeuten wieder auf die Beine zu kommen. Das autobiografisch geprägte Regiedebüt des Poetry-Slammers und Musikers Grand Corps Malade zeichnet mit viel Humor das durch die Realität geerdete Bild einer Rehabilitation, die nicht unbedingt nur die körperliche Wiederherstellung anzielt. Dabei öffnet die stimmige Mischung aus Reflexion, Unterhaltung und Gesellschaftskritik den Blick auf die Menschen hinter der Behinderung.

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