Programm Kino und Kirche

Die unten genannten Filme können wegen der Corona-Krise voraussichtlich leider nicht zu den genannten Terminen gezeigt werden, da das Kino geschlossen bleiben muss. Wir haben die Inhaltsangaben trotzdem hier zur Verfügung gehalten, da die Titel nach Wiedereröffnung des Kinos nach Möglichkeit wieder ins Programm "Kino und Kirche" aufgenommen werden sollen.

 

Freitag, 24.04.2020 - 20.15 Uhr
Für Sama (England/Syrien 2019)

(100 Minuten/ab 12)
Regie: Waad-al-Kateab, Edward Watts

Waad-al-Kateab ist eine junge Journalistin. Mit ihrem Mann Hamza, einem Arzt, der im Krankenhaus die Verletzten versorgt, und ihrer keinen Tochter Sama lebt sie in Aleppo und filmt ihren Alltag während der Belagerung. Ein Leben im Ausnahmezustand mit Szenen unvorstellbaren Leids, aber auch der Lebenslust.
Das Kriegstagebuch der Syrerin ist ein beeindruckendes Dokument von brutaler Wahrhaftigkeit und in seinem verhaltenen Optimismus ein beinahe zärtliches Geschenk an die eigene Tochter – die kleine Sama, geboren im eingekesselten Aleppo während der Bombenangriffe. Waad al-Kateabs Film entstand unter Mitwirkung des erfahrenen Dokumentaristen Edward Watts. Ihr gemeinsames Werk ist nicht nur ein Appell gegen den Krieg, sondern ein Weckruf an die Welt und ein Angriff auf die Gleichgültigkeit des Wegschauens.
"Für Sama" wurde beim Filmfestival in Cannes 2019 als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet und erhielt auch den Europäischen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm des Jahres 2019.

 

Freitag, 29.05.2020 - 20.15 Uhr
Ein Licht zwischen den Wolken (Albanien 2018)

(84 Minuten/ab 0)
Regie: Robert Budina

Als ein Hirte in seinem albanischen Bergdorf, in dem Muslime und Katholiken zusammenleben, unter dem Putz der Moschee ein Christusbild entdeckt, gerät der Dorffrieden in Gefahr. Auch muss sich der fromme Mann mit seinen fernab lebenden Geschwistern auseinandersetzen, die mit der Aussicht auf den nahen Tod des Vaters ihre Ansprüche auf dessen Haus geltend machen.
Mit atemberaubend schönen Bildern und langen, ruhigen Einstellungen beobachtet das dialogarme Drama die Meinungsverschiedenheiten und vermittelt über den Dorf-Mikrokosmos die schwierigen Prozesse, die am Beginn jeder religiösen Toleranz stehen. Der in sich gekehrte Hirte entpuppt sich in dem zutiefst humanistischen Film als Vermittlerfigur, der dem Konfliktpotenzial seine Güte und die Sehnsucht nach Liebe entgegenhält.

 

Freitag, 26.06.2020 - 20.15 Uhr
Ein verborgenes Leben (Deutschland/USA 2019)

(174 Minuten/ab 12)
Regie: Terrence Malick

Anfang der 1940er-Jahre gerät der tiefgläubige oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter in einen Gewissenskonflikt, als er für die Nationalsozialisten in den Krieg ziehen soll. Trotz aller Anfeindungen in seinem Dorf verweigert er den Eid auf Hitler und wird 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt.
Der US-amerikanische Filmemacher Terrence Malick eignet sich diesen historischen Stoff in seiner unverwechselbaren Weise an und verwebt ihn zu einem leisen und bewegenden Bekenntnis für eine Ethik des Widerstands und des reinen Gewissens. Die zelebrierte Dorfidylle der Friedenszeit unterstreicht dabei stimmig die Darstellung eines vom Bösen zerstörten Paradieses.
"Ein verborgenes Leben" erhielt beim Filmfestival in Cannes 2019 den Preis der Ökumenischen Jury.

 

Freitag, 24.07.2020 - 20.15 Uhr
The Farewell (USA 2019)

(101 Minuten/ab 12)
Regie: Lulu Wang

Eine junge Sino-Amerikanerin fliegt nach China, wo sich ihre Verwandten um die todkranke Großmutter versammeln, die nur noch wenige Wochen zu leben hat. Doch niemand darf der alten Frau die Wahrheit sagen, weshalb eine Hochzeit arrangiert wird, um das Zusammentreffen der Großfamilie zu erklären.
Der tragikomische, auf autobiografischen Erlebnissen fußende Film um eine „wahre Lüge“ entfaltet mit kraftvoll-schrulligen Charakteren und liebevollen Details eine weibliche Weltsicht, in der Herzhaft-Komisches neben bieder-banalen Momenten steht. Ein herzerwärmender Film mit einem feinen Gespür für gesellschaftliche wie kulturelle Unterschiede.

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