Programm Kino und Kirche

Freitag, 24.09.2021, 20.15 Uhr

THE FATHER (England/Frankreich, 2020)
(98 Minuten/ab 6)
Regie: Florian Zeller

Darsteller: Anthony Hopkins, Olivia Coleman, Rufus Sewell
Ein 81-jähriger, allein in seiner Londoner Wohnung lebender Mann, wehrt sich gegen die Betreuerinnen, die seine Tochter für ihn organisiert. Das Gefühl, noch immer allein zurechtzukommen, weicht jedoch einer wachsenden Unsicherheit, als unbekannte Personen bei ihm auftauchen und ihn mit Behauptungen konfrontieren, die seiner Wahrnehmung gänzlich widersprechen. Die Verfilmung des erfolgreichen, preisgekrönten Theaterstücks "Le père" (Vater) über die Perspektive eines demenzkranken alten Mannes mit einem überragenden Anthony Hopkins in der Hauptrolle, der die gesamte Bandbreite an Emotionen, von Empörung bis hin zu Wutausbrüchen, spielt. Der für 6 Oscars nominierte Film wirft nicht nur einen aufschlussreichen und differenzierten Blick auf die Demenz, sondern zeigt auch, was diese für Menschen in unmittelbarer Nähe der Betroffenen bedeutet.

 

Freitag, 29.10.2021, 20.15 Uhr

Herr Bachmann und seine Klasse (D, 2021)
(217 Minuten/ab 0)
Regie: Maria Speth

In der hessischen Gemeinde Stadtallendorf gehören Menschen aus anderen Herkunftsländern untrennbar zur Geschichte des Ortes. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in der örtlichen Sprengstoffproduktion Zwangsarbeiter eingesetzt. Anfang der 1960er-Jahre kamen Gastarbeiter, um in den Fabriken zu arbeiten, die sich auf dem Industriegelände niedergelassen hatten. Heute sitzen Kinder und Jugendliche der dritten Einwanderergeneration und neu Zugewanderte in der Klasse des Pädagogen Dieter Bachmann. Mit großer Geduld, viel Empathie und noch mehr Musik versucht er ihnen über alle kulturellen, sozialen und sprachlichen Unterschiede hinweg das Gefühl zu geben, gesehen und in ihren Fähigkeiten wertgeschätzt zu werden.
Über 3 1/2 Stunden hinweg porträtiert der Film den Lehrer der Klasse 6b an der Georg-Büchner-Schule als einen sich ständig weiterentwickelnden Organismus von offenen und neugierigen Menschen. Ein meisterlicher, ebenso berührender wie fesselnder Dokumentarfilm, der modellhaft gelingendes gesellschaftliches Handeln sichtbar macht.

 

Freitag, 12.11.2021, 20.15 Uhr

Ein verborgenes Leben (D/USA, 2019) - Im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade
(174 Minuten/ab 12)
Regie: Terrence Malick
Darsteller: August Diehl, Valerie Pachner, Tobias Moretti

Anfang der 1940er-Jahre gerät der tiefgläubige oberösterreichische Bauer Franz Jägerstätter in einen Gewissenskonflikt, als er für die Nationalsozialisten in den Krieg ziehen soll. Trotz aller Anfeindungen in seinem Dorf verweigert er den Eid auf Hitler und wird 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ zum Tode verurteilt.
Der US-amerikanische Filmemacher Terrence Malick eignet sich diesen historischen Stoff in seiner unverwechselbaren Weise an und verwebt ihn zu einem leisen und bewegenden Bekenntnis für eine Ethik des Widerstands und des reinen Gewissens. Die zelebrierte Dorfidylle der Friedenszeit unterstreicht dabei stimmig die Darstellung eines vom Bösen zerstörten Paradieses.
"Ein verborgenes Leben" erhielt beim Filmfestival in Cannes 2019 den Preis der Ökumenischen Jury.

 

Freitag, 26.11.2021, 20.15 Uhr

Kabul, City in the wind (NL, 2018) - In Zusammenarbeit mit Amnesty International
(93 Minuten/ab 12)
Regie: Aboozar Amini

Impressionistischer Dokumentarfilm über drei Brüder und einen älteren Busfahrer aus Kabul, die über eine längere Zeit in ihrem Alltag begleitet werden. Trotz der unübersehbaren Spuren der jahrzehntelangen Kriege, die sich wie ein melancholischer Schleier über die Stadt und ihre Bewohner gelegt haben, strahlt der Film und seine Protagonisten Lebensfreue und Optimismus aus. Stille Beobachtungen wechseln mit kurzen Interviews; lange Einstellungen verleihen dem Film fast eine meditative Atmosphäre. Eine Hymne aufs Trotzdem, auch wenn der nächste Anschlag nur eine Frage der Zeit ist.

 

Freitag, 17.12.2021, 20.15 Uhr

Gaza mon amour (Palästina/F/D/Portugal, 2020)
(88 Minuten/ab 12)
Regie: Arab und Tarzan Nasser
Darsteller: Salim Dau, Hiam Abbass, Mais Abd Elhadi

Im Gazastreifen verliebt sich ein älterer Fischer in eine verwitwete Schneiderin, kommt aber über schüchterne Annäherungen nicht hinaus. Als er eine antike Statue mit erigiertem Penis aus dem Meer fischt, löst das Ereignis ein neues sexuelles Erwachen bei ihm aus, er sieht sich aber auch der Verfolgung durch die örtlichen Behörden ausgesetzt. Neben der sich anbahnenden Liebesgeschichte widmet sich der Film den prekären Lebensbedingungen und entlarvt die Doppelmoral der Institutionen.
"Gaza mon amour"begegnet seinen ernsten Themen mit Leichtigkeit und Witz. Ein liebenswerter, charmanter Film, der zum Träumen einlädt und an die Macht der (späten) Liebe glaubt.

 

Freitag, 28.01.2022, 20.15 Uhr

Vater - Otac (Serbien/F/D, 2019)
(119 Minuten/ab 12)
Regie: Srdan Golubovic
Darsteller: Goran Bogdan, Boris Isakovic, Nada Sargin

Nach dem Selbstmord seiner Ehefrau werden einem Gelegenheitsarbeiter seine beiden Kinder weggenommen, weil er ihnen angeblich kein angemessenes Umfeld gewährleisten könne. Das will der Mann nicht hinnehmen und bricht zu einem 300 Kilometer langen Fußmarsch nach Belgrad auf, um für seine Kinder zu kämpfen.
Der Zuschauer begleitet den verzweifelten Mann auf seiner Reise und bei seinen teils beiläufigen, teils schicksalhaften Begegnungen. Die exzellente Kamera und der ruhige Schnitt erwecken einen kraftvollen Sog, der den Zuschauer trotz der Eintönigkeit des trostlosen Settings immer mehr in seinen Bann zieht. Im Spannungsverhältnis zwischen Ausweglosigkeit und Hoffnungsschimmer entwickelt VATER eine große Authentizität. In den Figuren und ihrem Verhalten spiegelt sich das ganze Spektrum der Gesellschaft. Und genau das macht den Film, der auf der Berlinale 2020 sowohl den Preis der Ökumenischen Jury als auch den Panorama-Publikumspreis erhalten hat, zu einem wichtigen und hochaktuellen gesellschaftspolitischen Kommentar.

 

Freitag, 25.02.2022, 20.15 Uhr

Weltreise mit Buddha (D, 2019)
(83 Minuten/ab 6)
Regie: Jesco Puluj

Ein junger Filmemacher aus Deutschland versucht das Geheimnis des inneren Friedens zu erkunden, das hinter dem Lächeln zahlloser Buddha-Abbildungen steckt. Dazu reist er durch die ganze Welt und entdeckt den Facettenreichtum der buddhistischen Religion zwischen Einsiedelei und spiritueller Cocktail-Bar.
Aus der Haltung eines naiven, wissbegierigen Forschungsreisenden heraus präsentiert die dokumentarische Weltreise zahlreiche interessante Stationen, wobei vieles an der Oberfläche bleibt. Dennoch spricht der Film viele lohnende Fragen an und behält seine Offenheit durchweg bei.


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