Programm Kino und Kirche

 

Freitag, 26.09.2018 - 20.15 Uhr
Finsteres Glück (Schweiz 2016)

(114 Minuten/ab 12)
Regie: Stefan Haupt

Die Geschichte rund um eine Sonnenfinsternis ist bestes Literaturkino - ein fesselndes Familiendrama, komplett kitschfrei und in kühlen, wirkungsvollen Cinemascope-Bildern: Die Psychologin Eliane wird durch die Therapie eines traumatisierten Kindes an ihre eigene, nicht verarbeitete Vergangenheit erinnert. Stefan Haupt hat herausragende Darsteller für die ergreifende Romanverfilmung über Schicksal, Schuld und Liebe gefunden. Sein optimistischer Blick in die Zukunft wird getragen vom Glauben an Mitmenschlichkeit und Vernunft.

 

Freitag, 26.10.2018 - 20.15 Uhr
Gnade (D 2012)
(131 Minuten/ab 12)
Regie: Matthias Glassner

Ein deutscher Ingenieur zieht mit Ehefrau und heranwachsendem Sohn ins norwegische Hammerfest, um dort in einer Erdgasverflüssigungsanlage zu arbeiten. Als seine Frau, die als Krankenschwester in einem Hospiz arbeitet, im Dunkel der Polarnacht eine Schülerin überfährt und Fahrerflucht begeht, scheint die Beziehung von Niels und Maria zuerst an der Schuld zu zerbrechen, dann bringt diese auf überraschende und doch nachvollziehbare Weise alle zusammen.
„Gnade“ transportiert viele Themen, viele spannende Aspekte von Schuld, Vergebung und - selbstverständlich - Gnade und ist ein Garant für intensive Diskussionen im und nach dem Film. Überdies überzeugt der souverän und vielschichtig gespielte Film durch eindringliche, unwirklich erleuchtete Bilder der Schneelandschaft Norwegens.

 

Freitag, 16.11.2018 - 20.15 Uhr
Im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade
Muhi (D/I 2017)
(90 Minuten/ab 0)
Regie: Regina Castelnuovo-Hollander

In einem israelischen Krankenhaus nahe Gaza lebt ein vierjähriger palästinensischer Junge, dem Arme und Beine amputiert wurden. Unterstützt wird er von einem Großvater, der sich aufopfernd um ihn kümmert. Der Dokumentarfilm folgt dem Alltag der beiden zwischen den Fronten des Nahostkonflikts.
Der warmherzige, oft aus der Sicht des Jungen geschilderte Film besitzt einen klaren Blick fürs Wesentliche, auch wenn er die tragischen Absurditäten ihrer Situation nicht aus den Augen verliert. Ohne politisch wohlfeile Statements plädiert er für Humanität und ein friedliches Zusammenleben. Seine positive Grundstimmung erwächst aus der sprühenden Energie des Kindes und dessen ansteckendem Lachen.

 

Freitag, 30.11.2018 - 20.15 Uhr
Die Unsichtbaren - Wir wollen leben (D 2017)
(110 Minuten/ab 12)
Regie: Claus Räfle

7.000 jüdische Bewohner Berlins wiedersetzten sich 1943 der Deportation, indem sie in der Metropole in unterschiedlicher Tarnung und in verschiedenen Verstecken untertauchten. Vier Überlebende erinnern sich an ihre dramatischen Erlebnisse als Jugendliche und erweisen sich dabei als begnadete Erzähler. Diese Zeitzeugen-Interviews verknüpft der Film dramaturgisch geschickt mit spannenden, vorzüglich interpretierten Spielszenen, die Ängste und Schrecken ebenso spürbar machen wie Unternehmensgeist, Hoffnungen und den bemerkenswerten Rückhalt in der Bevölkerung Berlins. Ein intensiver, bewegender dokumentarischer Spielfilm, der nachdrücklich an den Mut zum Widerstand gegen Unrecht und Verfolgung appelliert.

 

Freitag, 21.12.2018 - 20.15 Uhr
Ich beichte (USA 1953)
(91 Minuten/ab 12)
Regie: Alfred Hitchcock

Im Beichtstuhl hört ein junger kanadischer Priester das Mordgeständnis seines Küsters. Der sozial, psychisch und moralisch aus dem Gleichgewicht geratene Flüchtling hat einen Anwalt umgebracht. Weil der Geistliche das Beichtgeheimnis nicht preisgibt, gerät er selbst in Verdacht und in Lebensgefahr.
Spannung entwickelt sich hier aus den psychologischen und theologischen Konflikten, in die der Priester gerät. Die kriminalistischen Vorgänge bilden dabei den Hintergrund. Hitchcock filmte in Quebec, um die typisch katholische Atmosphäre glaubhaft zu machen, und bezog persönliche Ehe- und Glaubensprobleme in die Handlung ein. Der packend inszenierte Film spielt innerhalb von Hitchcocks Gesamtwerk eine aufschlußreiche Rolle.

 

Freitag, 23.01.2019 - 20.15 Uhr
Von Menschen und Göttern (F 2010)
(123 Minuten/ab 12)
Regie: Xavier Beauvois

Im Jahr 1996 wurden im Altasgebirge in Algerien sieben Trappistenmönche ermordet, was den Islamisten zugeschrieben wurde, die das Land in den 1990er-Jahren mit fundamentalistischem Terror überzogen. Spirituelles Drama, das das Leben der Mönche und ihr intensives Ringen darum nachzeichnet, ob sie ihr Kloster aufgeben und fliehen oder aus Solidarität mit den Menschen bleiben und damit ihren Tod riskieren sollen.
Obwohl mit großem ästhetischem Gespür gedreht, ordnet sich die Filmsprache stets dem Rhythmus des klösterlichen Lebens unter und gewinnt dadurch den Raum, sich auf die christlich-theologischen Dimensionen der Entscheidungsfindung einzulassen.
Von Menschen und Göttern wurde bei den Filmfstspielen in Cannes 2010 mit  dem  “Großen Preis der Jury” ausgezeichnet.

 

Freitag, 22.02.2019 - 20.15 Uhr
Franziskus, der Gaukler Gottes (I 1950)
(85 Minuten/ab 6)
Regie: Roberto Rosselini

Elf Episoden aus dem Legenden-Zyklus "Fioretti di San Francesco" um den Heiligen Franz von Assisi, der im frühen 13. Jahrhundert inmitten von Gewalt und Pest eine Gruppe naiver Außenseiter um sich geschart hat. Von tiefem Glauben beseelt folgen sie dem Vorbild Jesu und erleben dabei Dramatisches wie Vergnügliches.
Nachdem Roberto Rossellini mit "Rom, offene Stadt" und "Paisá" den italienischen Neorealismus mitbegründet hatte, wendete er sich zunehmend mystisch-religiösen Themen zu. Um authentische Milieuschilderung bemüht, bindet er die Lebensgeschichte des Heiligen an ein konkretes gesellschaftliches Umfeld; zugleich verengt er die Perspektive auf eine repräsentative Einzelfigur, die als Träger zeitloser geistiger Prinzipien fungiert.

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