"Uns ist unsere Kirche wichtig!"

Dankbarkeit erfüllt mich als Schreiber dieser Zeilen.

Dankbarkeit, weil ich am vergangenen Sonntag das Glück hatte, zusammen mit etwa weiteren 150 Personen einen beeindruckenden und bewegenden Gottesdienst in der Mössinger Marienkirche mitfeiern zu dürfen.
Dankbarkeit, weil es auch in unserer Seelsorgeeinheit Frauen gibt, die sich der Initiative Maria 2.0 angeschlossen haben, weil ihnen unsere Kirche wichtig ist und sie ihnen am Herzen liegt, und sie deshalb um deren Zukunft besorgt sind. Frauen, die nicht länger schweigen können, sondern aufstehen, hinstehen und für eine geschwisterliche Kirche eintreten, die für Männer und Frauen gleichermaßen offen ist. Dass diese Thematik die Kirche in unserer Diözese bereits vor 50 Jahren beschäftigt hat, wurde schon zu Beginn des Gottesdienstes deutlich. Danach kamen „starke Frauen“ aus der Kirchengeschichte zu Wort, die einerseits aufzeigten, wie bedeutsam sie in und für die Kirche gewesen sind, aber auch, wie wenig diese bereit war, ihre Charismen zu würdigen und ihre von Gott gewollte Gleichstellung anzuerkennen - erst recht das umzusetzen, was der Apostel Paulus seiner Gemeinde im galatischen Land ins Stammbuch geschrieben hat: Es gibt … nicht mehr männlich und weiblich - denn ihr alle seid einer in Jesus Christus! (Gal 3, 28). Auch in der Auslegung des Evangeliums (Mt 15, 21-28) wurde deutlich, dass der Gott und Vater Jesu Christi ein Grenzen überschreitender Gott ist, ein Gott, der nicht will, dass wir uns in Traditionen und von Menschen gemachten Gesetzen verfangen, sondern weiter denken und offen sind für Veränderungen, auch in unserer Kirche.
Die im Gottesdienst initiierte Postkartenaktion an unseren Bischof Dr. Gebhard Fürst möchte dies zum Ausdruck bringen und ihn um Unterstützung bei der Aktion Maria 2.0 bitten.
Der Gottesdienst wurde von einem Flötenensemble äußerst einfühlsam begleitet.
Dankbarkeit! Ich bin wahrlich dafür dankbar, in einer Seelsorgeeinheit beheimatet zu sein, in der es so viele unterschiedliche Charismen und Dienste gibt: Auf die Begabungen und Dienste unserer Frauen aber möchte ich keinesfalls verzichten. Es ist allerhöchste Zeit, dass diese von der Amtskirche entsprechend anerkannt werden - auch in der Ämterfrage!

Rainer Bochtler, Diakon

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