Pilgern 2017

von Nehren nach Zwiefalten auf dem Martinusweg 22. bis 24. September 2017

War nun etwas anders auf dem Martinsweg als auf dem Jakobsweg?

Für uns wohl schon! Wir sind gegen die Pilgerrichtung gelaufen und haben mit dem Pilgern an der Gemeindehaustür in Nehren begonnen! Es konnten Tagespilger mitgehen, sodass wir immer wieder andere Mitpilger hatten, die einen mussten gehen und andere kamen dafür… Wir sind nicht wie die vorigen Male in den Morgen hinein gefahren, sondern in den Abend hineingepilgert, immer den Berg hinauf durch einen abendlich goldgrün leuchtenden Wald.

Wir haben eine eindrückliche „Lagerfeuerandacht“ mit Sternenfunkeln erlebt. Wir haben vom Roßbergturm aus das Lichtermeer unter uns betrachtet, und in der morgendlichen Stille durch den blauen Dunst hindurch die Sonne blutrot über den Nebelseen der Täler aufgehen sehen. Auch die Morgenandacht bei grandioser Aussicht und der schweigende Abstieg durch den sonnendurchglänzten Wald und über vom Frühtau silbrig glitzernde Wiesen waren eindrücklich.

Überraschend bekamen wir einen Handyanruf aus der Kirchengemeinde Engstingen, es gäbe auf dem Kirchplatz Kaffee und Kuchen - welch eine Freude! Die nächste Überraschung war eine spontane, fachmännische Führung in der dortigen, schönen St. Martinskirche, für die wir uns mit vierstimmigem Gesang bedankten. In Dapfen begrüßte uns die Hirschwirtin nach dem Kanon Herr bleibe bei uns… sehr herzlich. Wir fühlten uns umsorgt und wurden mit einem „4 Sterne“-Menü und einem tollen Frühstück verwöhnt.

Danach leuchtete uns das Morgenlicht, während wir durch die ungewöhnliche und wohltuende Stille des schönen Lautertals pilgerten, denn die Fahrstraße war gesperrt. So konnten die Kirchenglocken das ganze Tal mit ihrem andächtigen Klang erfüllen. Die später aufziehenden Wolken verschonten uns aber mit ihrem Regen.

Als wir in Zwiefalten angekommen waren, hatten wir nicht nur den Martinspilgerweg beendet, sondern auch den gedanklichen Pilgerweg durch Martins Leben.

Haben Jakobs- und Martinsweg etwas gemeinsam? Natürlich, vieles: Fuß- und Rückenschmerzen z.B., weshalb die Bemerkung „diese armen Mensche können ja alle nicht richtig laufen“, die bei einer früheren Pilgerreise fiel, oft zitiert wurde. Auch abfallende Schuhsohlen und Schuhtausch haben wir schon einmal erlebt. Eine wichtige Gemeinsamkeit ist natürlich Gebet und Schweigen, die Allerwichtigste ist aber der Schutz und Segen Gottes und unser großer Dank an ihn, auch für diese weitere wundervolle, erfüllende Pilgerreise, bei der wir so viel Gemeinschaft und Freude erlebt haben.

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