Gesegnetes Osterfest 2021

Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest und viel Vertrauen in die Zukunft, das vom Auferstandenen Christus ausgeht! In der ganzen Osterwoche werden die Osterkerzen in unseren Kirchen brennen, sodass Sie sich das Osterlicht abholen können. Es stehen kleine Kerzen bereit, die Sie mitnehmen dürfen. Gerne können Sie dieses Licht auch an andere weitergeben. Für das Pastoralteam Pfarrer Ambros Tungl

Altarraum Evangelisch-Methodistische Kirche Dußlingen

Liebe Schwestern und Brüder,
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ So lautet eine uns vertraute Lebensmaxime. Und wer sich einmal auf die vielversprechenden Worte eines charmanten Vertreters verlassen und dabei vergessen hat, das Kleingedruckte des Kaufvertrags genau zu prüfen, wird dem wohl zustimmen. Auch wer einmal von einem Menschen, dem er im Vertrauen Informationen weitergegeben hatte, hintergangen und enttäuscht wurde, wird in Zukunft vorsichtiger sein und so lange Distanz wahren, bis er sich der Loyalität des anderen sicher sein kann.
„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Diese Faustregel lässt sich auf alle Bereiche unseres Lebens anwenden: Ob bei der Wahlpropaganda von Politikern und Parteien, ob bei den verlockenden Versprechungen der Werbung - immer lohnt sich ein Blick hinter die schöne Fassade, eine Stichprobe, ein Test, ob die Worte der Realität standhalten.
Besonders notwendig wird eine gründliche Prüfung, wenn wir eine Antwort brauchen auf die wichtigsten Fragen:
Wo finde ich Kraft zum Leben? Was gibt meinem Leben letztlich Tiefe, Sinn, Bedeutung? Was lässt mich auch Durststrecken und dunkle Etappen überstehen? Oder wenn wir uns entscheiden müssen, wie wir unser Leben gestalten wollen, an welchen Werten und Zielen wir uns ausrichten möchten. Bei den Antworten, die uns hier angeboten werden, können wir uns eine Qualitätskontrolle nicht ersparen.
Der Apostel Thomas ist der Prototyp eines Menschen, der sich bis zum Grund seines Lebens durchfragt, der nicht blind den Worten seiner Freunde vertraut, der sich seine Glaubensentscheidung nicht leicht macht. Er will selbst dem auferstandenen Jesus begegnen. Er will selbst spüren, dass die Worte, Taten und Ideen Jesu auch nach seinem Tod lebendige Wirklichkeit sind. Und er macht eine umwerfende Erfahrung: Es kommt der Punkt, wo alles Prüfen und Kontrollieren ein Ende hat, wo alles Fragen einmündet in Vertrauen und Glauben.  Es kommt die Zeit für das aus Überzeugung gesprochene Bekenntnis: „Mein Herr und mein Gott!“
Es könnte unser Leben verändern, wenn wir mit Thomas immer wieder den Punkt erreichen könnten, an dem wir sagen und leben können: „Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.“
Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest und viel Vertrauen in die Zukunft, das vom Auferstandenen Christus ausgeht.
Pfarrer Ambros Tungl

Ostersonntag (Joh 20,1-9) - Nichts als Leinenbinden und ein Schweißtuch
Was geschah am Ostermorgen 30 n.Chr. vor den Toren Jerusalems unweit von Golgota? Die Antwort fällt, historisch betrachtet, ernüchternd aus: Nichts! Jedenfalls nichts, was außergewöhnlich genannt zu werden verdient! Maria aus Magdala, Simon Petrus, die Zwölf, Jakobus traten erst einige Zeit nach Jesu Tod mit der Kunde hervor, sie hätten den Herrn gesehen. Wann, entzieht sich unserer Kenntnis, vielleicht erst Wochen nach der Katastrophe. Dann jedoch kam vieles erstaunlich schnell ins Rollen: Die Botschaft, Gott habe Jesus „auferweckt“, ihn rehabilitiert, erfüllte die Herzen und führte zur be-geiste(r)ten Neuaufnahme seiner galiläischen Verkündigung: Gott ist nahe, kehrt um! Vertraut auf die verwandelnde Kraft der Liebe! Ins Rollen kam auch der Stein vor Jesu Grab. Was die Vernunft nicht fasst, veranschaulichen die Geschichten von der wunderbaren Öffnung der Totenwelt. Nur die Leinentücher und das Schweißtuch sind geblieben: „Da ging auch der andere Jünger … ins Grab: Er sah und glaubte“ (Joh 20,8). Keiner der Evangelisten wusste diese Erzählungen theologisch besser einzuschätzen als Johannes: Nichts als sprachliche Zeichen aus dem Schweigen sind es, aber als solche für alle, die nicht sehen und doch glauben, von unschätzbarem Wert (Joh 20,28). Der Osterglaube möchte weniger mit Pauken und Trompeten gefeiert werden, wohl aber hellhörig machen für die leisen Töne neu erstehenden Lebens!
Prof. Michael Theobald

Predigt in der Osternacht von Pfarrer Ambros Tungl

Predigt am Ostersonntag - Pfarrer Ambros Tungl

Gebet zur Segnung des Osterlichtes